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Fotos & Text: Andrea Zachrau

19.05.2016

Zu Gast bei Javier Simon


Spanisches Flair im hohen Norden

Blühende Rapsfelder statt Strand, Wind und Kälte statt Sonne und Hitze: Ohne Frage, für einen Spanier ist es keineswegs leicht, das tiefste Norddeutschland als seine neue Heimat zu akzeptieren. Javier Simon hat es dennoch getan: Der spanische Showreiter lebt seit einem Jahr in Warpe im Kreis Nienburg, bildet dort Pferde aus – und hat Großes vor.

„Natürlich vermisse ich Spanien und meine Familie und Freunde“, sagt er. Für ihn habe jedoch seine Arbeit oberste Priorität im Leben und dafür eigne sich Deutschland einfach besser als Mallorca, wo er zuletzt lebte. Das, was er tut, ist weniger Beruf, sondern vielmehr Berufung: Er arbeitet mit Pferden aller Rassen, einige von ihnen eher schwierig, viele davon ebenfalls spanischer Herkunft, so wie er selbst auch. Das ergibt sich einfach aus der Natur der Sache: Wer könnte die in Deutschland immer beliebter werdende Rasse Pura Raza Española – kurz P.R.E., besser verstehen, als ein spanischer Bereiter, der sein Leben lang mit eben solchen Pferden gearbeitet hat? „Viele von ihnen haben ein ganz besonderes Temperament“, sagt er. Und vor allem sind die meisten eins: sehr sensibel.

Es ist also wenig verwunderlich, dass eben die Pferdebesitzer zu ihm finden, die ein mutmaßlich un- oder zumindest schwer reitbares Exemplar unterm Sattel haben. „Oftmals werden sie zu viel nach vorne geschickt und damit nicht nur unnötig heiß gemacht, sondern vor allem auch aus der Balance gebracht“, sagt der 39-Jährige. Allerdings – ein Geheimrezept gebe es nicht, nur, weil es sich um ein Pferd spanischer Herkunft handele. „Jedes Pferd muss individuell betrachtet und seiner Eignung nach ausgebildet werden.“

Leidenschaft Showreiterei

Im Fokus seiner Arbeit steht dabei die Schulung von Pferden für die spätere Showreiterei, Javier Simons große Leidenschaft. In Spanien war er nicht nur Vorsitzender des Vereins für Therapeutisches Reiten, er gehörte auch zu den bekanntesten Showreitern des Landes. Er und seine Pferde wurden für Werbekampagnen und Filmdrehs gebucht. Atemberaubend war auch die Show, in der er zuletzt auf Mallorca zu sehen war. Dort tanzte er mit seinen Pferden zu Klängen der bekannten französischen Oper. Sowohl im Sattel als auch in der Freiarbeit zeigte er zirzensische und Lektionen der Hohen Schule wie Levade, Piaffe oder spanischer Schritt und wurde dabei teilweise von rassigen Tänzerinnen in langen Gewändern begleitet. Während die Gäste der Show an ihren Tischen saßen und ein mehrgängiges Menü genossen, erntete Simon immer wieder Standing Ovations für seine Darbietungen. Die fanden übrigens – man mag es kaum glauben – nicht in einer Reitbahn, sondern auf einer normalen, erhöhten Bühne, statt wie man sie von Theatervorstellungen oder Konzerten kennt, statt, mit glattem Boden und ohne jegliche Absperrung. „So etwas wäre in Deutschland undenkbar“, räumt er ein. Wohl aber ließe sich eine ähnlich typische spanische Show auf die Beine stellen – dann eben in normalen Hallen auf Sandböden.

Dass es Javier Simon nach Deutschland verschlug, ist vor allem Corinna Grewe zu verdanken. Die Reiterin, die unter anderem die Quadrille Los amigos del caballo iberico auf die Beine stellte, entdeckte den Showreiter bei einer seiner Vorführungen auf Mallorca und war so begeistert von dem, was sie sah, dass sie ihn fragte, ob er für Lehrgänge nach Deutschland kommen würde. Simon stimmte zu und kam ein Jahr lang immer wieder für Kurse nach Deutschland, um schließlich ein Jahr später ganz herzuziehen.

Nachwuchsstar Poderio

Einziger Wermutstropfen: Seine beiden voll ausgebildeten Showpferde, den Rappen Almirante und den Schimmel Liberal, konnte er nicht mit nach Deutschland bringen. Für seine ersten Auftritte bei Deutschen Messen und Turnieren nutzte er daher vor allem eines von Corinna Grewes Pferden, den braunen P.R.E. Diamante. Mittlerweile sind aber weitere Pferde in den Stall in Warpe gezogen – neben Berittpferden auch seine Nachwuchshoffnung, der siebenjährige P.R.E-Hengst Poderio. Den stellte er bereits zwei Wochen nach seiner Ankunft in Deutschland in der Manège Baroque auf der Pferd & Jagd vor und zeigte, wie die Arbeit mit einem noch unerfahreneren Pferd aussehen kann. „Jedes Pferd braucht Zeit, um sich zu entwickeln“, sagt er. Bis Poderio ähnlich auf Shows eingesetzt werden kann wie seine beiden vorherigen spanischen Showstars, dauere es daher noch ein wenig. „Aber er hat viel Potenzial, ist cool aber gleichzeitig auch sehr sensibel.“ Genau solche Pferde brauche man für Shows – sie dürfen keine Nerven zeigen, müssen es aber lieben, vor Publikum zu stehen und gleichzeitig eine gewisse Präsenz mitbringen. Das tut der Schimmelhengst in jedem Fall: Nicht nur sein Äußeres ist beeindruckend, auch den Hocheifer, mit dem er Lektionen ausführt, ist kaum zu übersehen. „Hombre“, sagt sein Besitzer immer wieder in beruhigendem Ton zu dem Hengst, während er Lektionen wie die Piaffe oder das Steigen abfragt. Generell redet er mit den Pferden Spanisch – jedes von ihnen versteht dennoch sofort, was er sagen will: „Gut gemacht“, „Versuch es nochmal“, „Das geht“.

Auch wenn der Showreiter bereits ein bisschen Deutsch gelernt hat – unterrichtet wird stets auf Englisch, da klappt es mit der Verständigung doch noch besser. Und wer kein Englisch spricht, bekommt die Anweisungen des Trainers auf Lehrgängen übersetzt. Fragt man Javier Simon nach seiner Reitweise, sagt er: „Ich reite weder Barock, noch Dressur, wie sie im Sport gefordert wird. Ich reite Spanische Dressur.“ Nämlich nach den Prinzipien, wie sie auch an der Königlich-Andalusischen Reitschule in Jerez de la Frontera gelehrt werden. Zu seinen persönlichen Lehrmeistern gehören Jose Luis Lara aus Jerez und Javier Romero aus Cordoba.

Unterm Sattel, am langen Zügel oder frei

 

Auch wenn in der Showreiterei spektakuläre Bilder wie steigende Pferde ein Muss sind, so muss doch jedes einzelne Pferd eine grundsolide Ausbildung bekommen, bevor es an schwere Lektionen gehen kann. Die dressurmäßige Gymnastizierung steht daher auch bei dem spanischen Ausbilder immer im Vordergrund. „Erst im Laufe der Ausbildung entscheide ich, wofür sich das Pferd besonders eignet.“ Zu den klassischen Showelementen gehören Lektionen der Hohen Schule Piaffe, Passage, Pirouetten, Levaden und Pesaden bis hin zu Courbetten, aber auch zirzensische Elemente wie das Verbeugen oder der Spanische Schritt. Die verschiedenen Lektionen können sowohl unter dem Reiter als auch an der Hand oder in der Freiarbeit Teil einer Show sein.

„Das Publikum soll staunen können“, weiß Javier Simon. Wenn er in eine Arena reitet, möchte er die Zuschauer begeistern, sie sollen das lieben, was sie sehen, und mitfiebern. „Daher gibt es bei meinen Showauftritten nie ein langweilig einstudiertes Programm. Es kann sehr schön anzusehen sein, wenn der Reiter eine korrekt gerittene Traversale nach der anderen zu sehen bekommt, und sicherlich ist das auch ein wichtiges Element der Dressurausbildung. Für mich bedeutet Show aber Unterhaltung. Da kann es einen groben Plan geben, aber genauso gerne improvisiere ich und zeige den Leuten das, was sie sehen wollen.“ Merke er, dass eine Lektion an diesem Tag nicht so klappen will, fragt er einfach die nächste ab. „In diesem Bereich sind viele Reiter doch sehr verbissen. Sie ärgern sich, wenn etwas nicht klappt, und lassen es auch das Publikum merken. Das darf nicht passieren.“

 

Mehr Leichtigkeit

 

Akribie ist etwas, was den Deutschen besonders am Herzen liegt. Das stellte der Spanier schnell fest. „Die Deutschen sind sehr genau. Alles muss immer nach Plan laufen.“ Die Menschen in Spanien nähmen das Leben etwas lockerer und sähen das alles nicht so verbissen. Eben diese Leichtigkeit will Javier Simon auch seinen mittlerweile rund 30 Schülern beibringen: „Sie dürfen nicht vergessen, dass sie es mit spanischen Pferden zu tun haben. Die sind wie wir spanischen Menschen auch“, sagt er und lacht. Schon einige Besitzer seien zu ihm gekommen, weil sie schlichtweg an ihren Pferden verzweifelten. „Das liegt oft daran, weil sie missverstanden und dann verritten werden.“ Zeigt er ihnen den Weg, löst sich manch‘ ein Problem oft schon innerhalb kürzester Zeit.

Zu seinen Berittpferden gehören aber nicht nur Spanier. Beispielsweise arbeitet er mit einem Appaloosa-Araber-Mix und seiner Besitzerin an der Freiarbeit, einen Friesen bildet er bis zur hohen Schule aus und auch Pinto-Friesenmix Lago ist ein wahrer Streber in der Ausbildung geworden. Egal, ob auf der Stallgasse, mitten im Rapsfeld oder auf dem Ritt über die Asphaltstraße: Bei allen Pferden lassen sich die gewünschten Lektionen abfragen, egal, wo sie sich gerade befinden. Genau das wird eben auch von Showpferden erwartet: Sie sind stets voll bei der Sache, egal, was gerade um sie herum passiert. Ihr Lohn ist der tosende Applaus. Den gab es für Javier Simons Auftritte nicht nur in Spanien, auch in Deutschland begeisterte er das Publikum bereits auf den verschiedensten Veranstaltungen. Zurzeit wird mit dem Showteam Espectaculo an weiteren Programmpunkten wie einem Garrocha-Karussell, einem Langzügel-Pas des Catre und einer Quadrillen-Darbietung gearbeitet. Denn Javier Simon hat ein Ziel: Er möchte eine Show auf die Beine stellen, wie sie es bis dato noch nicht gegeben hat. „Natürlich braucht all das nicht nur Zeit, sondern auch die entsprechenden Pferde und Reiter“, sagt er.

Bleibt zu hoffen, dass es dem spanischen Showreiter auch weiterhin im kalten, akribisch-genauen Deutschland gefallen wird – ein bisschen mehr Leichtigkeit und Unbedarftheit würde der deutschen Reiterwelt sicherlich nicht schaden.

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