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Fotos: Zachrau

08.01.2014

Der Halsring – ein Weg zur Losgelassenheit

Was auch immer das sportliche Ziel der Ausbildung von Reiter und Pferd sein mag: Ein wirklich harmonisches Miteinander von Zwei- und Vierbeiner ist nur dann möglich, wenn von Anbeginn des gemeinsamen Weges an die richtige Basis gelegt wird. Absolut unverzichtbar und damit wichtigstes Ziel der Arbeit ist die Losgelassenheit des Pferdes – aber auch die des Reiters.

Damit diese Losgelassenheit erreicht werden kann, ist es wichtig, in der Hilfengebung darauf zu achten, dass die Handeinwirkung nicht in den Vordergrund tritt. Eine starr oder gar rückwärts wirkende Zügelhand blockiert das Pferd, verhindert einen schwingenden Rücken, fördert die Ausbildung der unerwünschten Unterhalsmuskulatur und führt infolgedessen zu Verspannungen und sogar Schmerzen. So gehen die Losgelassenheit von Pferd und Reiter stets Hand in Hand: Nur der losgelassene Reiter kann wirklich zügelunabhängig sitzen und einwirken und so auch dem Pferd den Weg zur Losgelassenheit zeigen.

In der Balance

Dieser zügelunabhängige Sitz des Reiters ist in jeder Reitweise, bei jeder sportlichen Herausforderung und auch für jeden Freizeitreiter unverzichtbar. Wirklich zügelunabhängig bedeutet immer auch bügelunabhängig: Der Reiter sitzt tatsächlich auf seinem Gesäß und hält das Gleichgewicht aus seiner Körpermitte heraus. Weder halten sich die Hände an den Zügeln fest, noch klammern die Beine oder stützen sich die Füße aktiv in den Bügeln ab.
Der Reiter sitzt schwer auf seinen Gesäßknochen. Dadurch spürt er auch, ob er wirklich mittig und damit gleichmäßig auf beiden Gesäßknochen sitzt oder sein Gewicht einseitig verlagert – nur so können Gewichtshilfen sinnvoll und gezielt eingesetzt werden. Die Beine hängen locker an den Seiten herab; falls mit Bügeln geritten wird, federt der Absatz im Bügel locker nach unten, nicht so sehr durch aktives Bemühen als vielmehr durch sein eigenes Gewicht. Dazu muss der Bügel so verschnallt werden, dass die Fußspitze nicht nach unten in den Bügel angeln muss, sondern bei lang herabhängendem Bein im Bügel leicht nach oben zeigt.
Die Ellbogen sind angewinkelt; dadurch ergibt sich eine ungebrochene Linie Ellbogen – Hand – Pferdemaul, und zwar sowohl von der Seite als auch von oben betrachtet. Der Kopf wird aufrecht getragen, der Blick geht frei geradeaus zwischen den Pferdeohren hindurch.
Wird aus diesem lockeren Sitz heraus aktiv eingewirkt, ändert sich je nachdem natürlich auch die Körperhaltung, und einzelne Muskelpartien werden angespannt. Entscheidend ist jedoch, dass der Reiter grundsätzlich ohne Verspannungen locker sitzend im Gleichgewicht ist und aus diesem Sitz heraus ganz gezielt sowohl Schenkel- und Gewichts- als auch Zügelhilfen jeweils unabhängig einsetzen kann.
In der Praxis wird dieser Sitz sowohl trainiert als auch überprüft, indem der Reiter ganz einfach auf seine Stützen verzichtet. Das heißt: Es wird ohne Bügel geritten – entweder werden diese ganz einfach übergeschlagen, doch noch direkter und unmittelbarer wird der Kontakt zum Pferderücken und der Bewegung des Pferdes beim Reiten ganz ohne Sattel. Und auch auf die Zügel kann zwischenzeitlich verzichtet werden – hier kommt der Halsring ins Spiel
Der Weg zur Losgelassenheit führt über das Loslassen: Wenn der Reiter loslässt, wenn er sich in seiner Mitte in der Balance befindet, dann kann er geschmeidig sitzen und mit seiner Hilfengebung dem Pferd angenehm und gut verständlich agieren.

Kontrollverlust?

Nicht nur körperlich muss der Reiter loslassen – schwerer fällt oft die bewusste Aufgabe der Kontrolle, das Loslassen im Geiste. Auch wenn absolute Kontrolle bei der Zusammenarbeit mit einem eigenständigen, lebendigen Partner wie dem Pferd tatsächlich stets eine Illusion bleiben muss – zumindest gefühlt übt der Reiter mit der Zäumung Kontrolle aus, gibt ihm der Sattel subjektive Sicherheit.
Das Schlüsselwort lautet Vertrauen. Viel ist die Rede davon, dass das Pferd dem Menschen vertrauen soll. Doch Vertrauen ist keine Einbahnstraße: Eine entspannte Atmosphäre gehört dazu, und die kann sich nicht entfalten, wenn der Mensch misstrauisch jede Bewegung des Pferdes überwacht und kontrollieren möchte. Auch mental muss der Reiter daher loslassen und sich seinem Pferd anvertrauen, auf Kommunikation statt auf Zwang setzen.
Das sollte beim Reiten eigentlich selbstverständlich sein, und vielen Reitern ist sicherlich gar nicht bewusst, wie sehr sie sich auf die Kontrolle durch künstliche Hilfsmittel verlassen. Umso aufschlussreicher kann es sein, das eigene Vertrauen in die Kommunikation mit dem Pferd einmal auf den Prüfstand zu stellen.

Der Halsring

Das Halsringreiten ist vor allem als Schaunummer bekannt geworden. Und es sieht ja auch spektakulär aus, wenn nur mit Halsring in flottem Tempo Figuren geritten werden, womöglich sogar Quadrillen absolviert oder gar Hindernisse überwunden werden. Doch ganz ruhig und unspektakulär kann das Halsringreiten in das tägliche Training eingebaut werden und Pferd und Reiter auf dem Weg zur Losgelassenheit helfen.
Halsringe gibt es starr oder auch etwas flexibel. Grundsätzlich sollte ein Halsring jedoch seine Form halten, ein Seil erfüllt nicht den gleichen Zweck. Nur der feste Halsring kann variabel am Hals des Pferdes eingesetzt werden.
Die Möglichkeiten der Einwirkung mit dem Halsring sind begrenzt: Tatsächlich kann der Reiter hier nur Signale geben, das Pferd aber nicht wirklich beeindrucken. Wird zu starker Druck mit dem Halsring ausgeübt, ist in der Praxis eher damit zu rechnen, dass das Pferd seinerseits Gegendruck aufbaut. Es zeigt sich aber häufig, dass Pferde umso sensibler reagieren, je weniger Druck ausgeübt wird: Wenn die Einwirkung minimiert wird, lernen sowohl Reiter als auch Pferd, genau hinzuhören und zu fühlen und sich fein auf den Partner abzustimmen.
Bleibt nur der Halsring als äußeres Hilfsmittel, rücken Gewichts- und Schenkelhilfen umso mehr in den Vordergrund. Tatsächlich ist der Schritt vom Halsringreiten hin zum Reiten ganz ohne alles gar nicht so groß. Es liegt auf der Hand, welche Vorteile es für die „normale“ Arbeit mit dem Pferd mit sich bringt, wenn grundsätzlich mit Gewicht und Schenkelhilfen kommuniziert wird: Nun kann der Zügel tatsächlich eine leichte Anlehnung aufrechterhalten, ohne Zwang auszuüben und das Pferd zu blockieren.

In der Praxis – step by step

Damit dieses Loslassen wie gewünscht auf beiden Seiten Vertrauen auf- und Ängste abbaut, ist es wichtig, in kleinen Schritten vorzugehen. Wer zu schnell zu viel erreichen möchte, riskiert nicht nur einen Misserfolg, sondern begibt sich auch tatsächlich unnötig in Gefahr. Mit Ruhe und Geduld geht es nicht nur besser, sondern auch sicherer.
Vorbereitungen:
Wer sich auf diesen Weg begibt, sollte sich im Vorfeld bewusst machen, worauf er sich einlässt. Keinesfalls darf Angst das Handeln dominieren. Dabei ist es hilfreich, sich darüber klar zu werden, dass es selbst mit Gebiss, Sattel und womöglich auch noch Hilfszügeln keine absolute Kontrolle geben kann: Bei der Zusammenarbeit mit Pferden bleibt stets ein unberechenbares Element. Es kann daher tatsächlich auch objektiv die Sicherheit erhöhen, wenn die Kommunikation zwischen Reiter und Pferd verfeinert wird und das Vertrauen wächst.
Damit die ersten Schritte bereits möglichst entspannt durchgeführt werden können, ist ein ruhiges und stressfreies Umfeld wichtig. Suchen Sie sich einen Zeitpunkt aus, an dem Sie die Reitbahn möglichst für sich alleine nutzen können. Alle nun folgenden Übungen dürfen nicht in freiem Gelände ausgeführt werden, sondern sollten nur in der Sicherheit einer gut umgrenzten Bahn absolviert werden.
Wichtig: Klären Sie mit Ihrer Versicherung, ob das Reiten ohne Gebiss und ohne Sattel von Ihrem Vertrag abgedeckt ist!
Auch wenn Sie mit Ihrem Pferd alleine in der Bahn sein sollten: Ein Helfer am Rand ist grundsätzlich sinnvoll.
Überlegen Sie sich vor jeder Trainingseinheit genau, was Sie erreichen möchten. Nehmen Sie sich nicht zu viel vor, und bleiben Sie konsequent: Egal, wie gut es klappt – wenn das Tagesziel erreicht ist, ist die Übung beendet.

Erste Schritte

Sie beginnen die Trainingseinheit wie gewohnt. Achten Sie darauf, das Pferd sorgfältig zu lösen und eine ruhige Atmosphäre zu schaffen. Besonders wichtig ist ein gleichmäßiger Takt in den Gangarten.
Wenn das Pferd ruhig, schwungvoll und taktmäßig trabt, führen Sie beide Hände langsam gleichzeitig und gleichmäßig nach vorne. Das Pferd sollte dem nachgebenden Zügel folgen und sich dabei an das Gebiss herandehnen, ohne eiliger zu werden. Vor allem dem gleichbleibenden Grundtempo gilt jetzt Ihre Aufmerksamkeit: Wenn das Pferd den Takt verliert oder eiliger wird, nehmen Sie die Zügel ruhig wieder auf, stellen einige Runden lang das Gleichmaß der Gangart wieder her und versuchen es dann erneut. Achten Sie darauf, dass sich Ihre Einwirkung durch Gewicht und Schenkel nicht ändert, wenn Sie die Zügelhände vorführen. Wenn das Pferd selbstverständlich und gleichmäßig bei Ihnen bleibt, ist die Voraussetzung für das weitere Training gegeben.

Wendungen reiten:

Viele Freizeitpferde kennen es, Westernpferde sowieso – doch auch klassisch-deutsch gerittene Pferde sollten nun das neck-reining kennenlernen. Dabei werden Wendungen eingeleitet, indem der durchhängende Zügel außen an den Hals gelegt wird: Das Pferd weicht vor dem Zügel nach innen und wird so in die Wendung geführt. Am Gebiss kann zunächst der innere Zügel zusätzlich mit einem leichten Zupfen als „Dolmetscher“ verwendet werden, bis das Pferd verstanden hat, was das Anlegen des Außenzügels bedeutet.
Auch der Halsring wird später in der Art des neck-reining verwendet, um dem Pferd die gewünschte Richtung anzuzeigen.

Bügellos:

Grundsätzlich hat das Reiten ohne Sattel viele Vorteile – obligatorisch ist es hier jedoch nicht. Generell sollte nur bei gut trainierten und bemuskelten Pferden auf den Sattel verzichtet werden, da das Reitergewicht ohne Sattel nicht so gleichmäßig auf dem Pferderücken verteilt und abgefangen wird wie gewohnt.
Auf jeden Fall sollte jetzt aber einmal auf die Steigbügel verzichtet werden. Ohne Bügel ändert sich zwangsläufig die Sitzposition des Reiters: Wenn die Beine locker herabhängen, pendeln die Unterschenkel weiter vorne, als sie sonst im Bügel am Pferd liegen. Auf eine permanente Einwirkung durch den Schenkel kann nun weitgehend verzichtet werden, lediglich als Signalgeber werden die Beine an das Pferd herangeführt.
Der Reiter sitzt schwer im Sattel, die Beine hängen locker herab. Beide Gesäßknochen werden gleichmäßig belastet. In Wendungen wird darauf geachtet, den inneren Gesäßknochen deutlich stärker zu belasten: Das Pferd folgt dem Reitergewicht in die Wendung. Wird der Oberkörper zwar nach innen geneigt, doch der äußere Gesäßknochen vermehrt belastet, ist der Reiter in der Hüfte eingeknickt. Dieser Fehler ist häufig anzutreffen – achten Sie ganz bewusst auf die Gewichtsverteilung.

Zügellos:

Schritt für Schritt geht es nun auch weg vom Gebiss. Dabei ist es sinnvoll, am Anfang stets „mit Netz“ zu arbeiten, also die gewohnte Zäumung als Sicherung zu verwenden.
So kann zunächst ein Halfter über den Trensenzaum gezogen werden. In die Trensenzügel wird ein Knoten gemacht, so dass sie sicher über dem Pferdehals liegen, ohne dass das Pferd hineintreten kann. Nun wird das Pferd am Halfter geritten und dabei mit neck-reining gelenkt. Falls es nicht klappt, kann der Reiter jederzeit in die Trensenzügel greifen und sich dem Pferd auf diese Weise klar verständlich machen.
Ebenso kann die Trensenzäumung als Sicherung für die ersten Versuche mit dem Halsring verwendet werden.
Wenn die Verständigung zuverlässig funktioniert, ohne dass diese Sicherung zu Hilfe genommen werden muss, kann das Zaumzeug abgenommen werden. Aber Vorsicht: Auch wenn bisher alles gut geklappt hat, stellt sich diese neue Situation doch anders dar. Manche Pferde fühlen sich – vom Zaumzeug befreit – nun tatsächlich frei und könnten übermütig werden.
Beginnen Sie daher unbedingt ganz ruhig im Schritt und überprüfen Sie die Kommunikation. Reiten Sie ganze Paraden zum Halten und loben Sie das Pferd deutlich, wenn es wie gewünscht reagiert.

Die Signalgebung:

Der Halsring liegt grundsätzlich locker relativ tief am Hals an. Für Wendungen wird er etwas höher genommen, etwa in die Mitte des Halses, und dort analog zum neck-reining von außen angelegt, also insgesamt nach innen geführt.
Um durchzuparieren, führt der Reiter den Ring noch etwas weiter nach oben – sofern er dieses Signal deutlich benötigt. Das gut ausgebildete Pferd sollte sich eigentlich auch mit Gewichts- und Schenkelhilfen durchparieren lassen.

Welche Lektionen können absolviert werden?

Grundsätzlich kann mit dem Halsring tatsächlich alles das geritten werden, was Reiter und Pferd auch sonst in ihrem normalen Trainingsprogramm sicher beherrschen. Lediglich auf eine entsprechende Beizäumung muss nun verzichtet werden, da keine Anlehnung möglich ist. Ganze Bahn, Zirkel, Schlangenlinien, Volten, Tempowechsel, Übergänge, sogar Seitengänge können auch ohne Zaumzeug geritten werden – wenn das Pferd gelernt hat, sicher auf Gewicht und Schenkel des Reiters zu reagieren. Klappen diese Aufgaben nicht wie gewohnt, liegt der Verdacht nahe, dass in der täglichen Arbeit sonst die Handeinwirkung zu sehr im Vordergrund steht, während die treibenden Hilfen vernachlässigt werden. Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, das Pferd grundsätzlich mehr von hinten nach vorne zu reiten und vermehrt an die treibenden Hilfen zu stellen.

Was tun, wenn ...

... das Pferd sich erschrickt, scheut und durchgeht?
Wie brav ein Pferd auch sein mag – dieses Risiko lässt sich niemals zur Gänze ausschließen. In einer solch kritischen Situation ist es vor allem wichtig, die Ruhe zu bewahren. Mit dem Halsring kann das Pferd nicht mit Kraft durchpariert werden – ein zu heftiger Einsatz kann dem Pferd unangenehm sein und so in der Schrecksituation die Unruhe noch verstärken. Der Reiter sollte stattdessen nach jedem deutlichen Signal sofort wieder nachgeben und erst nach einer kurzen Pause einen erneuten Versuch machen, bis das Pferd reagiert. Die Stimme kann hier zur Beruhigung eingesetzt werden. Dabei ist es hilfreich, wenn das Pferd grundsätzlich mit den Stimmkommandos vertraut ist, etwa von der Longe her.

Longieren am Halsring?

Nein – eher nicht. Mehrere Gründe sprechen gegen eine Verwendung des Halsrings an der Longe. Einerseits liegt der Halsring bei erhobenem Pferdekopf relativ weit unten am Hals an. Wenn der Ring nun durch die Longe nach innen gezogen wird, übt er dort unten am Hals an der Außenseite Druck aus. Das provoziert möglicherweise eine deutliche Außenstellung, die auf dem Zirkel unerwünscht ist.
Ein weiteres Problem besteht darin, dass das Pferd den Halsring ganz einfach abschütteln kann, wenn es den Kopf senkt.
Grundsätzlich hat der Longenführer über den Halsring nur sehr begrenzte Möglichkeiten der Einwirkung.
Wenn ein Pferd tatsächlich so brav ist, dass es auch am Halsring problemlos an der Longe läuft, kann normalerweise ebenso gut frei longiert werden, d.h. ganz ohne alles. Als sanfte Alternative mit ebenfalls relativ wenig Einwirkung bietet sich ansonsten das Longieren an einem gut passenden, relativ eng verschnallten Halfter an – es ist darauf zu achten, dass das Halfter bei Zug nach innen nicht über das äußere Auge des Pferdes rutschen kann. Die ideale Zäumung für die Longenarbeit ist jedoch der Kappzaum.

Die Arbeit mit dem Halsring sollte nicht überbewertet werden: Sie ist nicht Ziel der Ausbildung, sondern eine Bereicherung der täglichen Arbeit mit dem Pferd. Die wichtige dressurmäßige Gymnastizierung des Pferdes kann dadurch nicht ersetzt werden, wohl aber unterstützt: Die Kommunikation von Reiter und Pferd wird deutlich verfeinert, der bewusste Einsatz von Gewichts- und Schenkelhilfen wird gefördert, Ängste können abgebaut werden, die Balance des Reiters wird geschult und die Handeinwirkung deutlich vermindert.
Last, but not least: Das Halsringreiten bringt willkommene Abwechslung in den Trainingsalltag – und es macht Spaß!

 

Autor: Britta Schön

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